Jede Sekunde landen rund 700 Kilo Plastikmüll in den Weltmeeren. Wenn es so weiter geht wie bisher, schwimmt spätestens 2050 mehr Plastik in den Ozeanen, als Fisch. Dabei lässt sich so Vieles einfach vermeiden. Deshalb begrüßen wir den Vorstoß der EU-Kommission, Plastikprodukte deutlich eindämmen zu wollen.

Neben Anregungen zur Reduzierung von Trinkbechern und Fastfood-Verpackungen sowie einem fast vollständigen Recyceln von Plastikflaschen, will die EU konkret zehn Einwegprodukte aus Plastik verbieten, die an Stränden am meisten angespült werden. Dazu sollen unter anderem Strohalme, Rührstäbchen, Plastikbesteck, Ballonstangen oder Wattestäbchen zählen. Gerade für Plastikbesteck oder Strohhalme gibt es wirklich einfachen, günstigen und umweltfreundlicheren Ersatz. Warum ein Teller aus Plastik, wenn man auch einen aus Pappe nehmen kann? Oder noch besser: einen ganz normalen aus Porzellan – dann muss man eben einfach mal spülen. Keines dieser Verbote wird unsere Lebensqualität einschränken. Dabei geht es auch nicht nur um die Rettung der Umwelt, sondern auch um die menschliche Gesundheit. Denn schwimmende Plastikteile werden von Meerestieren aufgenommen und landen irgendwann wieder auf dem eigenen Teller.

Kritiker behaupten jedoch, der Vorstoß sei nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, die EU könne nicht im Alleingang die Welt retten. Natürlich kann sie das nicht. Und natürlich reicht dieser Vorstoß bei Weitem nicht aus. Aber jeder Schritt zu einer Eindämmung von Plastik ist, ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Nun müssen die einzelnen Mitgliedsstaaten noch zustimmen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat für Deutschland bereits Zustimmung signalisiert. Wir freuen uns, dass unsere Ministerin diesen Vorstoß unterstützt, und hoffen, dass sie auf eine schnelle Verabschiedung, auch in anderen Staaten, drängen wird. Wir können zudem hoffen, dass sich viele andere Staaten diesen Vorschlag als Vorbild nehmen und der „Plastikwahnsinn“ endlich eingedämmt wird. Die Zeit drängt. Jede Sekunde die vergeht, bedeutet 700 Kilogramm mehr Plastikmüll in den Ozeanen. Es ist Zeit, jetzt etwas zu unternehmen. Sonst können unsere Kinder in den Meeren bald nur noch bunte Plastikteile bewundern, statt farbenfroher Fische oder Korallen.

EIn Blogbeitrag von Svenja Budde, stv. Landesvorsitzende