Der heutige 18. März ist wahrlich kein Tag zur Freude. Er ist vielmehr ein Tag des Aufschreis und des Aufbegehrens. Der 18. März markiert nämlich die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen. Der Equal-Pay-Day steht symbolisch dafür, dass Frauen 77 Tage im Jahr umsonst arbeiten, während Männer bereits ab dem 1. Januar für ihre Arbeit entlohnt werden. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen.

Die Geschlechter-Einkommenslücke ist zutiefst ungerecht und widerstrebt dem Grundgesetz, wonach keine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts erfolgen darf (Art. 3, GG.). Die Gründe für dieses Problem sind struktureller Natur. Viele Frauen arbeiten in sozialen oder pflegenden Berufen, die schlechter bezahlt sind oder hängen in der Teilzeit-Falle. Darüber hinaus hindert die gläserne Decke Frauen daran, in Führungspositionen aufzusteigen. Dabei gibt es viele qualifizierte und geeignete Frauen, die für Top-Positionen infrage kämen, aber aufgrund männlich dominierter Büroetagen daran gehindert werden.

Der Equal-Pay-Day wird nun seit 12 Jahren organisiert. Es ist allerdings beschämend, dass die Erfolge seither marginal sind. Zu einer schnellen Maßnahme gehört, dass das Entgelttransparenzgesetz auch für kleinere Betriebe gelten muss, um ggf. aufzuschlüsseln, wie groß die Lohnlücke in einzelnen Betrieben ist. Eine Anpassung des Entgelttransparenzgesetzes würde Kontrollen verschärfen und gesetzliche Konsequenzen vereinfachen.

Ich will in einem Land leben, das den Equal-Pay-Day nicht braucht, weil es keine geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied gibt. Das Jahr 2019 ist erst drei Monate alt und sowohl die Bundesregierung als auch die europäische Kommission müssen alle Räder in Bewegung setzen, damit wir am 1. Januar 2020 sagen können, dass Frauen und Männer gleich viel Geld verdienen und Arbeit #wertsache ist!

Umut Kurt, Landesvorsitzender Jusos RLP