Der internationale Tag gegen Kinderarbeit jährt sich an diesem 12. Juni das 17. Mal. In den letzten Jahren ist es der Welt gelungen Kinderarbeit einzudämmen, jedoch nicht abzuschaffen.

Schätzungsweise 168 Millionen Kinder bis 17 Jahre, mehr als die doppelte Menge der in Deutschland lebenden Menschen, leistet nach Angaben der ILO Kinderarbeit.¹ In diese Zahl nicht eingerechnet sind bereits Jugendliche, die einer staatlich regulierten und legalen Beschäftigung nachgehen. Davon verrichten 85 Millionen Kinder gefährliche Arbeiten. Auf mehr als jeden Deutschen entfällt statistisch ein Kind in der Welt, das unter direkter Gefahr für die eigene Gesundheit arbeiten muss. Vor allem in den Regionen Asien-Pazifik sowie subsaharisches Afrika ist das Problem der Kinderarbeit am stärksten ausgeprägt. Mit 137 Millionen Kindern nehmen sie den Großteil aller Kinderarmut ein.

Die Ausprägungen der Kinderarbeit sind vielschichtig. In vorzugsweise ärmeren Regionen der Welt setzen hungernde Familien ihre Kinder ein, um einen kleinen Beitrag mehr in die leeren Familienkassen spülen zu können. Sie arbeiten beispielsweise als Arbeiter in Ziegeleien oder durchsuchen Mülldeponien nach verwertbaren Resten. Manche Industriekonzerne sagen sich nicht frei von Zulieferern, die Kinder zum Abbau giftiger Metalle in afrikanischen Minen einsetzen. Zu den schlimmsten Formen der Kinderarbeit gehören dabei Schuldknechtschaft, Leibeigenschaft, Zwangs- oder Pflichtarbeit und Prostitution. Von der Not der eigenen Familie über das unternehmerische Einspannen in Ausbeutungen bis zu entwürdigenden Zwangsdiensten für kriminelle Banden und Milizen, das widerliche Spektrum der Kinderarbeit ist breit.

Es ist an der Zeit, Kinderarbeit noch stärker zu bekämpfen. Es reicht nicht, dass die Schätzsumme der Kinderarbeitenden leicht sinkt. Kinder brauchen eine Perspektive, die sie aus Zwang und Armut befreien. Als Bundesrepublik Deutschland und als Europäische Union muss es uns ein Anliegen sein den Staaten, die von Kinderarbeit stark betroffen sind zu helfen und Alternativen zu schaffen, damit Familien nicht gänzlich in die Armut abrutschen.

Ein Blogbeitrag von Jan Badinsky, stellvertretender Landesvorsitzender

¹ Quelle: http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/globalisierung/52687/kinderarbeit