Christopher Street Day: Ein Feiertag der Toleranz!

1969 begann der tagelange Aufstand Homosexueller in einer New Yorker Bar mit dem Mut, sich Hassparolen und Diskriminierungen zu widersetzen. Daraus ist der Christopher Street Day (CSD) entstanden, den man seit 1979 auch in Deutschland zelebriert. Er erinnert daran, welcher Intoleranz und großer Gewalt geschlechtliche Minderheiten bis heute weltweit ausgesetzt sind.

Der Christopher Street Day Berlins steht dieses Jahr unter dem Motto „Mein Körper – meine Identität – mein Leben!“ und unterstreicht die Forderung nach Selbstbestimmung.

Ursprünglich forderte der Tag Akzeptanz für Homosexuelle ein. Mittlerweile repräsentiert er viel mehr Interessen – nämlich jene der LGTBIQ (englische Abkürzung für Lesbisch, Schwul, Bi, Trans*, Inter*, Queer).
Besonders intensiv wird die Debatte in Deutschland rund um die Einführung des dritten Geschlechts verfolgt, seitdem das Bundesverfassungsgericht entschieden hat: Es muss eine Alternative geben. Die einfache Vorstellung „weiblich und männlich“ ist nicht mehr zeitgemäß und zwingt alle, die sich nicht in einem der beiden Geschlechter zuordnen wollen, sich zu entscheiden.
Dies kann nämlich nicht nur verheerende Folgen für die Entwicklung der Persönlichkeit haben, sondern auch Betroffene in ihrer Freiheit einschränken.
Es braucht Raum Individualität auszuleben: Sei es beispielsweise in der Konstellation der Familie oder in Beziehungen! So gehört folglich dazu, dass man im Grundgesetz auch „Sexualität“ zu den Diskriminierungsverboten hinzufügt.

Anfangs waren es in Berlin circa 450 selbstbewusste Menschen, die stolz ihre Plakate in die Luft hielten, lautstark Parolen riefen und so die Aufmerksamkeit von Außenstehenden erstmals auf sich lenkten. Mittlerweile ist der Christopher Street Day in fast jeder größeren Stadt fester Bestandteil und wird von Tausenden gefeiert.

Auch wenn schon einige Rechte erkämpft wurden und es wunderbar zu sehen ist, wie viele Menschen gemeinsam zusammenhalten, um für die Liebe (anderer) kämpfen – es gibt noch vieles anzupacken!

Von Anna-Claire Nothof
Stv. Landesvorsitzende