Mit dem Namen Verdun verbindet sich stellvertretend die Ur-Katastrophe des 20. Jahrhunderts.

Vor 100 Jahren ging der erste Weltkrieg zu Ende, der ca. 17 Millionen Menschen das Leben gekostet hat. Als Fanal kann das Attentat von Sarajewo angesehen werden, bei dem der österreichische Thronfolger, Erzherzog Franz Ferdinand, von Mitgliedern einer revolutionären Untergrundorganisation (Mlada Bosna) ermordet wurde. Als Österreich vom Deutschen Kaiserreich die volle Unterstützung versichert bekommen hatte, erklärte Österreich am 28. Juli 1914 Serbien den Krieg, woraufhin die deutsche Kriegerklärung an die Länder Russland, Frankreich und England folgte. Dieser europäische Krieg sollte sich zum globalen Krieg ausweiten.

Der Krieg artete für das Deutsche Kaiserreich an der „Westfront“ zum Stellungskrieg aus mit hohen Verlusten an Menschen und Material. Unter Führung von Erich von Falkenhayn versuchte das deutsche Heer bei Verdun einen Durchbruch der Front. Diese militärische Aktion wurde als die Schlacht um Verdun bekannt. Sie tobte vom 21. Februar bis 19. Dezember 1916. Da das Areal um die Festung Verdun sehr klein war, mussten Tausende Soldaten auf engsten Raum gegeneinander kämpfen. Besonders hohe Verluste geschahen durch den Einsatz von Artillerie.

Verdun ist, obwohl die Schlacht an der Somme mehr Opfer gekostet hatte, ein Sinnbild für die schrecklichen Stellungskriege in den Materialschlachten des Ersten Weltkrieges und bis heute als die „Hölle von Verdun“ in Erinnerung geblieben.

Zwei Jahrzehnte nach dem Ende des Ersten Weltkrieges musste Europa und die Welt einen noch verheerenderen Krieg ertragen. Es schien Verdun schon vergessen zu sein.

Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde das Friedensprojekt „Europa“ ausgerufen, um endlich Frieden und Sicherheit für die Menschen in Europa und der Welt zu schaffen.

Für uns Jusos mahnt Verdun an die schreckliche Sinnlosigkeit der Kriege. Es soll uns erinnern, dass es sich lohnt, für ein geeintes Europa zu stehen, damit ein „Verdun“ nie wieder geschieht.