Weihnachtszeit ist Spendenzeit. Und auch wenn wir Jusos Rheinland-Pfalz eindringlich dazu aufrufen, nicht nur vor Weihnachten an die Belange anderer, weniger begünstigter Menschen zu denken und auch wenn es hunderte, tausende unterstützungswürdiger Projekte und Organisationen gibt, so möchte ich doch die Gelegenheit nutzen, auf ein speziell auf zur Weihnachtszeit stattfindendes Projekt aufmerksam zu machen, das mir persönlich am Herzen liegt: „Wunschbäume“.

Bei den sogenannten „Wunschbäumen“ handelt es sich um Bäume (oder ähnliches), die in zahlreichen Städten von einer koordinierenden Stelle an öffentlichen Orten aufgestellt werden und an die Kinder auf finanziell schwächeren Familien ihre Weihnachtswünsche hängen können. Denn auch wenn gerade in der Werbebranche leuchtende Kinderaugen und Geschenkberge zum Standardrepertoire der Vorweihnachtszeit gehören, sind Geschenke für viel zu viele Kinder auch bei uns keine Selbstverständlichkeit. Nach neusten Zahlen sind 19% der Kinder in Deutschland von Armut bedroht, das ist fast jedes sechste Kind, in Ostdeutschland ist es sogar jedes vierte! Hinzu kommt eine wahrscheinlich extrem hohe Dunkelziffer. Während ihre Freund*innen zu Weihnachten also von allen Seiten Geschenke bekommen, können die Familien dieser Kinder es sich häufig nicht einmal leisten, ihnen selbst kleinste Wünsche zu erfüllen.

Dies zu ändern ist Ziel der Wunschbäume, wie beispielsweise dem in Mainz. Hier hängen in diesem Jahr Wünsche von Kindern vom Kleinkind- bis zum Jugendalter. Die allermeisten dieser Wünsche sind nicht einmal sonderlich groß: ein Paar neue Kopfhörer, ein bestimmtes Lego-Spielzeug, ein Computerspiel… Erfüllung finden diese Wünsche durch Pat*innen, die sie vom Baum abnehmen und das entsprechende Geschenk besorgen. Auch ich habe in diesem Jahr die Patenschaft für einen Wunsch übernommen: W., 11 Jahre, wünscht sich unter anderem „ein gruseliges Buch“. Ich freue mich sehr darauf, diesen Wunsch zu erfüllen und damit diesem Kind das diesjährige Weihnachtsfest zu verschönern. Wenn ich Zeit habe, werde ich zur Übergabe der Geschenke am 18. Dezember gehen (gesammelt werden die Geschenke vorher zentral), um die Freude, die dieses Geschenk hoffentlich auslösen wird, zu sehen.

Ich hoffe, dass auch die anderen Wünsche ihre Pat*innen finden, auch wenn alle Wünsche, die in Mainz keine*n Paten*in finden, von den Geschäften der Römerpassage erfüllt werden.

Bis zum 12. Dezember können Wünsche noch übernommen werden – vielleicht schaut auch ihr mal vorbei und nehmt einen mit? Oder informiert euch, ob und wo in eurer Stadt einer steht? Oder ihr spendet an ein anderes Projekt? Egal wofür ihr euch entscheidet: es ist nicht so schwierig, anderen zu helfen und etwas Gutes zu tun. Überlegt es euch und macht zu Weihnachten (und darüber hinaus) die Welt zu einem solidarischeren Ort!

 Von Svenja Budde, stellv. Landesvorsitzende